Strecktaue

Also eigentlich ist es ja keine richtige „Bastelei“, der handwerkliche Aufwand hielt sich für mich sehr in Grenzen, die Klappaugen waren schließlich bereits werftseitig vorhanden (auf meinen Wunsch hin). Aber es ist ein wichtiges Thema.

Man over Board (MOB) wäre DER Katastrophenfall an Bord, der unter allen Umständen vermieden werden muss. Das gilt in höchstem Maße für einen Einhandsegler, der ich ja nun immer mal wieder bin. Das vereinfacht aber andererseits auch die Prävention. Man muss sich keine Gedanken machen, wie ein MOB wiedergefunden wird und wieder an Bord kommt. Kann man sich sparen. Man muss nur auf Deubel komm raus vermeiden, DASS er/sie über Bord geht.

An dieser Stelle kommen zwei Dinge ins Spiel: erstens die Tatsache, dass ich beim Segeln mittlerweile immer eine Rettungsweste trage, die natürlich einen Brustring zur Aufnahme von Lifelines hat. Zweitens einer der Vorteile einer Deckssalonyacht, die eine mittige Führung der Strecktaue erlaubt. Die Fotos zeigen es. Das bedeutet, dass ich, wenn ich mit meiner Lifeline in das Strecktau auf dem Dach eingepickt bin, schlicht nicht über Bord gehen kann. Noch nicht einmal über die Reling. Ganz anders bei einem klassischen Boot, bei dem eine Führung der Laufleinen im Bereich hinter dem Mast nur links und rechts über die Seitendecks möglich ist.

Nur auf dem Vorschiff, deutlich vor dem Mast also, könnte ich über die Reling fallen. Da ist das Boot halt schmaler, klar.

mp_lifeline_mx4_08-lDer Nachteil meiner Leinenführung ist, das ich mich am Mast umpicken muss, will oder muss ich weiter nach vorn zum Bug. Aber das nehme ich in Kauf und deshalb sind meine Lifelines auch 3-Punkt-Leinen. Mindestens eine liegt immer im Cockpit bereit.

Alles Weitere zeigen die Fotos, und ich denke, ich kann mir weitere Erklärungen sparen. Nur eines noch: auf zwei Bildern sind noch meine alten, weißen Strecktaue zu sehen. Die werden mittlerweile anderweitig verwendet. Die gelben sind die aktuellen.

Zur Zeit denke ich (wieder einmal) über eine Teilung des zur Zeit durchgehenden Gurtes nach. Ein Teil auf dem Dach, der andere vom Klappauge auf dem Bug hinter dem Ankerkastendeckel bis zum Auge auf der vorderen Dachkante. Warum? Weil so der vordere Gurt vielleicht über die Schiene der Selbstwendefock geführt werden könnte. Dann könnte ich ihm durch ein wenig zusätzliche Länge Spiel für die Bewegung des Selbstwendefock-Schlittens geben, ohne dass der hintere Teil, der Gurt auf dem Dach, auch zuviel Spiel erhält. Muss ich mal testen.

Was mir derzeit auch durch den Kopf geht: eine ca. 1,20 bis 1,50 m lange Strippe, mit der ich mich im Cockpit „anschnallen“ kann. Als Punkte kommen dafür in Frage: entweder das Klappauge auf der hinteren Dachkante bzw. das Stecktau das dort endet, oder der Metallbügel auf dem der untere Großschotblock angeschlagen ist. Siehe Foto oben. Sowas macht man nicht bei Windstärke 2. Aber bei 5 und mehr, vor allem mit entsprechendem Seegang dabei, der das Boot schon mal zum Rodeobullen werden lässt, macht das Sinn.

Ich werde berichten.

 

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