Feuer!

von Manfred Jansen / am 07.07.2019 / in Die Kapitel
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Nee, nicht wirklich, keine Panik. In den letzten Wochen hatte ich mir nur ein bisschen Gedanken gemacht, wie dem schlimmsten aller Fälle auf der Rüm Hart zu begegnen wäre. An Bord befindet sich ein kleiner 2-Kilo Schaumlöscher (mit noch weiteren „Kampfmitteln“, dazu gleich mehr). Ich weiß, das ist für eine ernsthafte Feuerbekämpfung Kinderspielzeug.

2-Kilo Schaumlöscher am Niedergang

Viel besser wäre ein 6-Kilo Oschi, aber die Dinger sind mir zu schwer und zu unhandlich. Auch weiß ich nicht so recht, wo ich den sinnvollerweise unterbringen sollte. Nein, auch angesichts meiner persönlichen Konstitution musste da ein anderer Denkansatz gedacht werden.

„Feuerbombe“ unter dem Backskistendeckel

Und – man sieht es schon auf den Fotos – hier die Lösung in Form von (Bordjargon) „Feuerbomben“. Es handelt sich um das Produkt „mabo“ der Firma Flamark (Link). Das sind vergossene Glasbehälter mit einer Flüssigkeit, die – ins Feuer geworfen – selbiges sehr schnell löscht (hoffentlich!).

Alternativ kann man so ein Ding auch über einer potenziellen Brandstelle anbringen, auf der Rüm Hart wäre das sicher der Gasherd. Aber das brächte meiner Meinung nach zu sehr das Risiko einer ungewollten Auslösung mit sich.

Das Brandbekämpfungs-Konzept sieht also nun insgesamt wie folgt aus:

1. Eine automatische Feuerlöschanlage im Motorraum

2. Sowohl in der Bugkabine, als auch im Salon jeweils eine Feuerlöschdecke

3. Ein 2-Kilo Schaumlöscher am Niedergang

4. In der Bugkabine und im Cockpit jeweils eine „Feuerbombe“

Für die mabo Dinger habe ich zwei Holz-Weinkisten feuerrot lackiert und zu stabilen Aufbewahrungsbehältnissen für die Glasbehälter umfunktioniert. In der Bugkabine ist selbige (dort mit Scharnier und Klappdeckel) gut zugänglich angebracht. Im Cockpit (hier in der Ausführung mit Schiebedeckel) habe ich sie, wie man auf den Fotos sieht, unter den Backbord-Backskistendeckel montiert. Für die sichere Lagerung in diesen Holzkisten wurden übrigens die Styropor-Formteile aus den originalen Versandverpackungen zurecht geschnitten und verwendet.

So … und jetzt drückt mir bitte ganz fest die Daumen, dass ich diese Euro völlig umsonst ausgegeben habe …

*****

4 Kommentare

  • Hallo Bruno
    Die „Feuerbomben“ sind für die Brandklassen A, B, F und E. Also C nicht, das ist richtig. Habe ich den Backskistendeckel aber einmal offen, liegt die Gaskiste vor mir, und es sind wenige Umdrehungen am Schließventil der Flasche und das Gas ist abgestellt. Dann brennen „nur noch“ A, B, F oder E …
    Gruß, Manfred

  • Bruno says:

    Hallo Manfred,

    am 10.8.2015 liefen wir Binnen auf die Schleuse in Brunsbüttel zu. Während der wenigen Minuten der Annäherung mußten wir zusehen, wie eine schöne Yacht von der ersten Rauchwolke sich zu einer hellbrennenden Feuerkugel entwickelte (Ursache laut Zeitschrift Yacht der Motor?).
    Hier habe ich erfahren, dass man einem Feuer an Bord nur sehr schnell und mit großer Macht begegnen kann, wenn man etwas retten möchte. Bei mir steht ein gewarteter 6 kg-Löscher in der Backskiste – den befördere ich mit einem Schwung da raus in die Löschstellung. In einer Brandlöschschulung durfte ich schon mal löschen – die 6 kg sind nach etwa 20 Sekunden verteilt. Wenn man da nicht gleich gut trifft, hilft ein zweiter 6 kg-Löscher – oder alternativ dem Feuer dann „weiträumig ausweichen“.
    Und by the way: Die Löschdecken sind auch in der Kritik. Bei Löschversuchen hat die Feuerwehr festgestellt, dass die gerne „durchschlagen“ – und somit auch eher nur ein „Gefühl der Sicherheit“ geben – zumindest, bis man sie braucht.
    Der „Brandbombe“ und dem Motorlöschautomaten würde ich gute Chancen einräumen, wenn es um eine zu bekämpfende Brandentstehung geht. Meinen 2kg-Löscher habe ich aber aussortiert.
    Und noch ein Gedanke: Die „Brandbombe“ ist für die Klasse A und B. Propan/Butan aus dem Gasherd gehört zur Brandklasse C wenn ich das richtig zuordne. Da wäre die „Brandbombe“ dann nicht das richtige Mittel der Wahl.
    Aber eigentlich kann es kaum Feuer geben auf einem Boot – bei soviel Wasser drumrum.
    Passen wir aber besser auf…

  • Wolfgang says:

    Hallo Manfred,

    Super Bericht. Feuer an Bord ist wirklich eine absolute Horrorvorstellung!
    Wir haben zusätzlich noch einen aerosol Löscher an Bord. Für kleinere Brände angeblich sehr effektiv.
    https://www.svb.de/de/feuerloesch-stab-nautico-brenndauer-ca-100-sek.html
    Viele Grüße,
    Wolfgang

  • Martin says:

    Auch wenn nicht offiziell auf Booten zugelassen, habe ich noch einen CO2 Löscher ab Bord.
    Der macht am wenigsten Schaden, man darf sich nur nicht in den CO2 begeben, bevor gut gelüftet ist.

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