Abgesang

von Manfred Jansen am 23.11.2022 / in Die Kapitel
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Auch die elfte Saison mit Rüm Hart geht mit Unwohlsein zu Ende – ich mag diese Saisonabschlusskälte einfach nicht. Die letzten Seemeilen zum Winterhafen in Woudsend sind ja immer Motorfahrten mit nacktem Rigg, meistens auch in trister mentaler und meteorologischer Stimmung. Da hat man wenig zu tun, hockt eigentlich nur rum und friert schon im Voraus. Dieses Mal erwischt mich auch noch eine heftige Regenfront, die mich aus Südwest überholt. Passt aber ins Gesamtbild.

In Woudsend bei Reekers parke ich wie immer rückwärts ein. Erstens kann man so viel leichter ausräumen, und zweitens passt das besser zur vorherrschenden Südwest-Wetterlage. Hoffentlich! Um das Schiff mache ich mir am wenigsten Sorgen (toi toi toi, dreimal Holz klopf), das Cockpitzelt ist da schon eher ein potenzieller Schwachpunkt.

Am Tag vorher, noch in Warns, hatten Sigrid und ich die Vorsegel abgeschlagen. Zum Glück war die Wiese trocken, und wir bekamen die beiden Tücher sauber zusammengelegt (siehe Titelfoto). Ramses, der Segelmacher aus Koudum, half mir beim Groß – na ja, genau genommen half ich ihm – und wird alle vier, Groß, Fock, Genua und Code-0, über den Winter kontrollieren, reparieren und einlagern. Halt wie immer.

Mittlerweile ist Rüm Hart winter- und sturmfest verschnürt und verpackt. Die beiden Schwerlastgurte stützen und sichern das Cockpitzelt zusätzlich. Hat sich in den letzten Jahren bewährt, der Winter kann kommen. Man könnte ihn doch eigentlich auf 2 Monate verkürzen, oder?

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1 Kommentar

  • Klaas (beautje) says:

    Mensch Manfred, die mentale Grundverfassung beim letzten Schlag des Jahres ist wahrlich nie eine schöne. Umso mehr freute ich mich in diesem Jahr, dass der letzte Schlag eigentlich ein herbstlich-schöner war. Zuerst dicker Nebel, später strahlende Sonne, 2-3 Bft. Endlich mal zwei Nächte Zeit genommen für das ganze Geraffel, keine Hetze, abends noch gemütlich essen, bevor am nächsten Tag die letzten Kisten ins Auto und das Boot in Winterlager verfrachtet werden. Fast schon hatte ich meinen Frieden mit dem Saisonabschluss gemacht. Dann begann in sonntäglicher Frühe mit einem leichten Zwacken überm Steiß, was sich im Tagesverlauf zu einem ausgewachsenen Hexenschuss entwickeln würde. Glücklicherweise halfen mir Freunde, die Rettungsinsel und die Batterien und schließlich auch mich ins Auto zu schleppen.
    Fazit: Saisonabschluss war, ist und bleibt scheiße.
    Viele Grüße
    Klaas

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