Like-Daumen mit Aua …

… ein gutes Symbol für die letzen (fast) 6 Wochen an Bord. Einerseits wunderbar und schön, erholsam und entspannend. Andererseits muss ich von Einschränkungen berichten, vor allem von meteorologischen.

Hindeloopen, das Sonnenzelt wird zum Regenschutz
… und gibt gerade noch den Blick auf die Hafeneinfahrt frei (von wo viel Schwell aus Nordwest reinläuft)

Das Wetter veranlasst uns immer wieder in Deckung zu gehen (zum Beispiel in Hindeloopen). So viele Hafentage in Relation zur Törndauer habe ich noch nie erlebt. Aber Sigrid und ich verstecken uns vor Starkwind und Regen und lassen uns lieber im Hafen in einer sicheren Box durchschaukeln.

Das kann durchaus seinen Reiz haben. Wir lesen, schlafen lange – ich bis um acht, Sigrid manchmal sogar bis um neun (was sie zuhause niiiie täte) -, räumen das Boot auf und arbeiten die Bastelliste ab.

Dann wieder sind wir draußen und pendeln nach Lust und Laune auf dem IJsselmeer und dem Markermeer hin und her. Und ins Watt zieht es uns auch, nach Texel, der westlichsten der niederländischen Inselkette vor der Waddenzee.

Hauptsaison – morgens um acht schon eine volle Schleuse in Den Oever
… und ein voller Hafen in Oudeschild auf Texel
Aber die Straßen auf Texel haben wir fast für uns allein

Das alles in der höchsten Hochsaison, was uns volle Häfen und viel Verkehr unterwegs beschert, mit so manchen fragwürdigen „Annäherungserlebnissen“ (nicht alle kennen die Kollisionsverhütungsregeln) samt reichlich Hafen- und Schleusenkino. Der Höhepunkt ist ein Auffahrunfall in der Schleuse bei Stavoren. Ein kleiner Kajütkreuzer fährt uns achtern rein und hinterlässt keine dramatischen, aber deutliche Spuren. Der Skipper entschuldigt sich mehrfach und wir treffen uns für die Regulierung des Schadens gleich hinter der Schleuse. Kann passieren.

Auffahrunfall, Macke im Heck

Durch die zahlreichen Hafentage sind wir auch touristisch an Land unterwegs. Zum Beispiel mit der historischen Eisenbahn in Hoorn.

Klasse! Ein toller Verein, mit piekfein restaurierten und gepflegten Loks und Wagen, einem sehr interessanten Museumsgelände parallel zum Bahnhof von Hoorn und einer eigenen Strecke mit liebevoll erhaltenen Unterwegsstationen bis nach Medemblik, die man im Radfahrertempo absolviert.

Die Friesland, von außen …
… und von innen

Dort geht es endlich mal an Bord der Friesland (die uns schon so oft begegnet ist, aber noch nie war ich an Bord, und dann noch mit freiem Zugang zur Brücke) und zurück nach Enkhuizen. Was gleichzeitig den Wiedereinstieg in die Jetztzeit bedeutet, denn den letzten, kurzen Teil des Rundfahrt erledigt man mit der niederländischen Staatsbahn. Sehr empfehlenswert, ein toller Tag!

Gewitterlicht über Enkhuizen, Buyshaven

Bleibt noch die Frage, wieso mein Daumen so modisch gekleidet ist. Nun ja, wenn man es eilig hat, hakt schon mal das „tonnenschwere“ Schiebeluk der Rüm Hart ein wenig. Man ruckelt kurz aber kräftig und schon gibt es schlagartig nach. Und wenn man rücksichtsvoll den Lärm eines ungebremst zuschlagen Schiebeluks vermeiden will, hält man einfach seinen Daumen dazwischen. Schmerz und daraus resultierende Schnappatmung haben sich bereits nach rund 10 bis 15 Minuten wieder normalisiert.

Zum Trost gibt’s ein Eis – das hat schon vor 60 Jahren funktioniert, warum nicht auch jetzt. Ist übrigens ein Geheimtip: das beste Eis in Holland, am Hylperhaven von und zu Hindeloopen. Sehr lecker! Dass es gleich neben auch den besten Kibbeling gibt verrate ich jetzt aber nicht … 🙂

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Nordkap-Kreuzfahrt, Brückentag

wie versprochen, der Ausklang der Kreuzfahrer-Quadrologie ist ein nautischer. Zu berichten ist nämlich noch von einem Besuch auf der Brücke. Offensichtlich ein weiterer Vorteil der kleineren Schiffe, da ist sowas anscheinend eher möglich als auf den ganz großen Pötten.

Jedenfalls durften wir mal gucken, und der Wachhabende – nennt man den so?, ich kenn mich in den Karrierestrukturen der großen Seefahrt nicht aus – nahm sich auch tatsächlich Zeit, meine Fragen geduldig zu beantworten. Ein nicht gerade wortgewaltiger Typ, aber durchaus freundlich und zugewandt. Egal, die Ergebnisse sind interessant (Zitate aus der Erinnerung und übersetzt aus dem Englischen):

  1. Papierseekarten werden nicht mehr verwendet. Die haben 2 Riesenplotter da oben, die unabhängig voneinander laufen. Die sind sie verpflichtet zu benutzen. Deren Seekarten-Darstellung sieht ein bisschen anders aus als die Navionicskarte auf meinem Plötterchen, aber schön zu erkennen ist die Wegepunkte-Navigation, die sie genauso betreiben, wie manch einer von uns Kleinen.
  2. Antwort auf meine Frage, was ihm nachts bei uns Seglern lieber ist, eine Dreifarbenlaterne im Masttop, oder normale Seitenlichter unten am Rumpf: Ist uns egal. Hauptsache wir sehen euch auf dem Radar. Und speziell für die Kleinen haben wir ein zweites Radar.
  3. Als ich ihm erzählte, dass unter Seglern immer wieder mal die Vermutung aufkommt, dass die Großen das AIS-Signal der Kleinen (class B) unterdrücken, war seine spontane Reaktion: Quatsch! Wir haben sogar 2 AIS-Systeme und -Bildschirme, für die Großen (class A) und die Kleinen (class B). Da wird nichts abgeschaltet.

Wir haben dann noch ein bisschen übers Ankern gesprochen (2 Buganker, Gewicht weiß ich nicht mehr, mit je 250 m Kettenlänge, und die Regel 5fache Tiefe als zu steckende Kettenlänge kennen die auch, gern auch mehr) und dann war meine Zeit um, ich wollte denen da oben bei ihrem Job auch nicht auf die Nerven gehen. Beeindruckt hat mich das Flaggen- und Bücherregal. Sowas will ich auf Rüm Hart auch 🙂 .

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Nordkap-Kreuzfahrt, toll … aaaber

Keine Frage, es war alles in allem eine tolle Reise. Würden wir also sowas noch einmal machen? Nun, es gab da ein Schlüsselerlebnis, das uns nachdenklich werden ließ. Wir fuhren in den Geirangerfjord ein, ca. eine halbe Seemeile vor uns ein anderes Schiff. Aus diesem Abstand war sehr deutlich zu sehen, welchen Abgas-Teppich der da vor uns schon allein über den Fjord und später auch über den Ort Geiranger legte. Und dann kamen noch wir hinzu und nach uns die Berlin. Während unseres ca. fünfstündigen Aufenthalts dort qualmte es aus allen drei Schiffen permanent oben raus. Da wird man nachdenklich, auch und gerade als zahlender Passagier. Die qualmen schließlich unseretwegen.

Kürzlich las ich folgende Zahl: die 15 größten Schiffe der Welt erzeugen so viel Schadstoffe wie 750 Millionen PKW [Quelle]. Da es meines Wissens weltweit rund 1 Milliarde PKW gibt, kann man mal hochrechnen und sagen, dass die 20 bis 25 größten Schiffe der Welt ungefähr so viel CO2 erzeugen wie der gesamte PKW-Bestand der Welt (es gibt übrigens weltweit 90.000 Schiffe). Und wir reden hier nur von CO2, die anderen Schweinereien kommen noch hinzu. In der Schifffahrt wird regelmäßig Schweröl getankt, das macht die Sache wegen des Schwefelausstoßes noch schlimmer. Siehe dazu, wer tiefer einsteigen will, diesen Wikipedia Artikel.

Also, machen wir so eine Schiffsreise noch einmal?? Ehrlich gesagt, wir wissen es noch nicht. Reizen würde es uns sehr, aber wir wollen auch nicht die Augen vor den damit verbundenen Problemen verschließen. Jedenfalls – und wenn die o. g. Vergleiche auch nur grob stimmen sollten – erscheint uns angesichts dieser Dimensionen unsere langjährige Praxis, zumindest im städtischen Bereich weitestgehend auf das Auto zu verzichten und das Fahrrad zu nehmen, ziemlich lächerlich … (machen wir aber trotzdem weiter so).

Der nächste und letzte Aufsatz zu unserer Reise interessiert wohl eher die Nautiker. Bitteschön: Klack

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Nordkap-Kreuzfahrt, Törnbericht

Vorwarnung vorweg: dies ist eine Kurzfassung unserer Reise, aber eine lange Kurzfassung. Wer sich drauf einlässt, wird mit schönen Bildern belohnt, die durch anklicken noch schöner (und vor allem größer 🙂 ) werden. Dies hier mal zum Üben: 🙂

Mit der DB erreichen wir Kiel am Mittwoch pünktlich(!) um die Mittagszeit. Der Fußweg zum Norwegenkai ist nur kurz, die Koffer aber schwer. Schließlich muss das kleine Schwarze mit, das zumindest in meinem Fall allein schon eine Kofferhälfte beansprucht. Egal.

Die Ocean Majesty in Flåm

Die Ocean Majesty ist kein klassisch schönes Schiff, hat aber zumindest einen knackigen Hintern. Allerdings mit Cellulite. Heißt: reichlich Beulen im Blech. Die Anlegemanöver scheinen also auch hier nicht immer hauchzart zu gelingen. Das Ablegemanöver aber klappt reibungslos. Dreimal kurz und es geht rückwärts zum „Wendeplatz“ und dann durch die reichlich gefüllte Förde raus. Es ist Kieler Woche und gut was los. Sogar die Queen Elizabeth gibt sich die Ehre.

Ausfahrt Kiel während der Kieler Woche

Große Belt Brücke am Abend, Kattegat in der Nacht, Skagerak am Vormittag. Am zweiten Abend passieren wir Stavanger und tauchen in die südnorwegischen Schären ein. Am nächsten Morgen Einfahrt in den Sognefjord, mittags erreichen wir Flåm. Busfahrt nach ganz oben, Dachlattenkirche (ok, die Reiseführer nennen das Stabkirche) und die steilste normalspurige Bahnstrecke der Welt, die Flåmbahn – ein Erlebnis.

Große Belt Brücke

Das wird typisch sein für die nächsten Tage, die Abwechslung von längeren Tagen an Bord und die Bewältigung von Seemeilen mit Zwischenstops und kurzen Bustouren zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten. Letztere erspare ich mir hier im Detail zu schildern, ich kann mir die Einzelheiten eh nicht merken.

norwegische Schärenwelt

Die einzelnen Stationen sind jedenfalls: Kiel, Flåm im Sognefjord, Ålesund, Leknes auf den Lofoten, Honnigsvag (Nordkap), Tromsø, Geiranger Fjord, Bergen, Kiel. Insgesamt 3.353 Seemeilen in 12 Tagen. Die folgende Karte zeigt die Route in ihrer Gesamtheit:

3353 Seemeilen insgesamt

Die ersten Tage an der norwegischen Küste ist das Wetter nicht gerade karibisch. Es regnet. Temperaturen so um die 15° C, teilweise kräftiger NW. Je weiter wir nach Norden kommen, desto schöner wird es, aber auch kühler. Allerdings gibt es durchaus auch Tage mit herrlicher Sonne, Rückenwind und deswegen angenehmen Bedingungen für den Aufenthalt auf den offenen Decks.

Ålesund, eine wirklich schöne Stadt (ganz links an der Pier die Ocean Majesty)

Sowieso passen tiefhängende Wolken und eher kühlere Temperaturen auf eine ganz eigene Weise zu dieser geheimnisvoll erscheinenden Berg- und Wasserwelt. Mit den Wolken hängt eine mystische Stimmung über der Szenerie, und nichts passt besser dazu, als mit dem Schiff in gemäßigter und ruhiger Fahrt daran vorbei zu gleiten. Eine sehr angenehme Art des Reisens, bei der tatsächlich der Weg der bedeutendere Part ist.

beinahe mystischer Dunst …
… in Abwechslung mit Licht- und Wolkendramen

Am Zielort angekommen, wird die Reise entweiht. Der seefahrende Gast wird zum Touristen degradiert, in volle Busse gelenkt und zum must have seen spot gekarrt. Dort werden ihm 20 Minuten Zeit für Fotos gegeben, bevor ihm dann wieder eine überaus freundlich lächelnde Hostess ein Schild „Ocean Majesty, Gruppe 4“ über den Kopf hält und zur Eile beim Einsteigen in den Bus mahnt, damit man auch die nächsten 3 Highlights noch schafft, die unbedingt abgehakt werden müssen. Unterwegs pumpt man ihn über die Buslautsprecher mit überflüssigen Informationen voll (kann man sich eh nicht merken), um ihn endlich nach 4 Stunden wieder am Schiff abzuladen.

entspanntes Bordleben

Schon gut, diese Sichtweise ist die gehässige. Sigrid, meine kulturell sehr interessierte und vor allem in solchen Dingen aufnahmefähige Kabinengenossin, sieht das völlig anders. Und schließlich haben wir diese Exkursionen vorher gebucht. Dennoch, zu oft entstehen herdentriebige, massentouristische Situationen. Schade, denn es ist durchaus interessant, mal einen Blick ins Landesinnere zu werfen.

die Schneegrenze kommt uns entgegen
Hier oben sieht man auch schon mal Eisbrecher. Auch ohne Eis. Übrigens ein Vorteil der Backbord-Kabine: man erlebt die Entgegenkommer

Mit dem überschreiten des Polarkreises auf 66,57° nördlicher Breite werden die Nächte hell und heller. Die Sonne geht nicht mehr unter, was einem die nächtliche Orientierung Richtung Koje versaut. Man merkt erst um halb zwei in der Nacht, dass man eigentlich müde ist und freut sich, dass die Vorhänge in der Kabine ziemlich lichtdicht sind. Das Aufmacherfoto ganz oben wurde genau um Mitternacht aufgenommen (die beiden folgenden auch). Optisch und fotografisch eine tolle Sache, und für die Umsätze in den Bordbars sowieso.

Mitternachtsfoto 1
Mitternachtsfoto 2
Mittsommernachtsfeier in Ålesund. Man fackelt einen Holzturm ab, die Yachten drumherum. Bordparty. Fertig

Werfen wir noch einen kurzen Fotografenblick auf die Lofoten, die Inselkette, die vom Rücken des skandinavischen Löwen etwas absteht. Eine landschaftliche Fortsetzung der norwegischen Küste, noch etwas gewaltiger und rauher.

Nusfjord auf den Lofoten, ein kleiner Ort mit Anlegesteg für Yachten
ebenfalls bei Nusfjord auf den Lofoten

Ein echtes Highlight ist der Trollfjord am nordöstlichen Ende der Lofoten, eine ca. 1 Seemeile tiefe und sehr enge Sackgasse mit natürlichem Wendebecken am Ende. Und hier spielt die Ocean Majesty ihr Plus aus: als kleines Schiff (136 m) darf und kann sie dort hinein. Übrigens unter Abspielen von Edvard Griegs Peer Gynt Suite (Solveigs Lied u. Morgendämmerung), und wirklich, das passt wie Popo auf Eimer. Ein so mit allen Sinnen empfundenes Hocherlebnis.

Trollfjord 1
Trollfjord 2

Etwas eingeschränkt gilt das für das Nordkap. Rechtzeitig bevor wir es erreichen, zieht Neptun die Vorhänge zu. Sprich: sehr schlechte Sicht und tiefhängende Wolken. Gerechtigkeitshalber ist die tatsächliche geografische Nordspitze Europas noch am besten zu sehen. Der 500 m hohe Felsblock gleich daneben, auf dem sie fälschlicherweise die berühmte Gitter-Weltkugel aufgebaut haben, macht oben rum dicht. Dennoch werden wir in vollen Bussen hochgefahren, gebucht ist schließlich gebucht. In unserem Fall ist die Fahrt immerhin ein echtes Erlebnis: die junge Fahrerin scheint die Strecke auch bei dichtestem Nebel auswendig zu kennen und trägt ganz offenbar sehr wirksame Sebastian Vettel Gene in sich. Die hat’s drauf.

Nordkap, vorn das geografisch echte, hinten im Dunst das mit dem berühmten Globus oben drauf, aber geografisch falsche
Da steht er, der Nordkap-Globus. Nebel und 4° Außentemperatur

Hier oben hat die Schneegrenze die Küstenzone erreicht. Das sieht aus, als ob man die Alpen geflutet hätte. Eindrucksvoll und schön. Südlich des Polarkreises tragen die Felsen wieder mehr Grün und später sogar wieder Wälder. Unser Kurs führt uns fast ausschließlich durch die Schären, sehr selten mal bekommen wir ein wenig Seedünung zu spüren.

Tromsø mit der Eismeer-Kathedrale und Marina

Zurück im Süden ist der Geirangerfjord der vorletzte Stop. Sigrid fährt mit ihrer Gruppe auf 1500 m Höhe in den Schnee und hat einen fantastischen Blick auf die Landschaft und den Fjord.

Geirangerfjord von oben, rechts die Ocean Majesty, links die Berlin

Ich habe mich für eine Kajaktour entschieden. 7 doppelsitzige Boote (plus Guide) paddeln zurück zu den sieben Schwestern, den berühmten Wasserfällen, die wir kurz vorher schon mit dem großen Schiff passiert haben. Nach insgesamt 3 Stunden sind wir wieder in Geiranger, dem namensgebenden Ort am Ende des Fjords. Das hat Spaß gemacht. Wie kriege ich bloß so’n Kajak in meiner Rüm Hart unter?

macht Spaß: Kajak fahren

Schnell noch Bergen, auch ein schöner und lebhafter Ort. Wir canceln die vorgebuchte Bustour und erkunden die Stadt auf eigene Faust, ganz für uns allein. Eine gute Entscheidung.

Bergen von oben

Tja, und dann geht’s endlich mal zur Sache und wir sind uns sicher, dass wir eine Seefahrt machen. Hack aus West, immer stärker werdend. Dabei schönes Wetter, blaues aber wildes Wasser mit weißen Schaumspitzen bis zum Horizont.  Es schaukelt ein bisschen, und als nach Skagen Südkurs anliegt, kommt auch noch eine gewisse Grundkrängung hinzu, wie der Segler sie kennt. Alle Außendecks werden gesperrt. Die Türen nach Luv bekommt man eh nicht mehr aufgedrückt, und die Kojen sind jetzt etwas abschüssig.

Hack aus West westlich des Skageraks, wer schätzt die Wellenhöhe korrekt?

Bis Kiel hat sich das alles beruhigt, und es ist Montagmorgen, als wir festmachen und eine Stunde später ausschiffen können. Tolle Reise, wiederholungswürdig. Wenn nicht … aber davon im dritten Beitrag.

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Nordkap-Kreuzfahrt, das Schiff

Moin! Bin wieder da 🙂 . Zurück von einer fast zweiwöchigen Nordkap-Tour. Bei dem Titelfoto oben kommt der Verdacht gar nicht erst auf, dass wir, Sigrid und ich, es mit dem eigenen Schiffchen versucht hätten. Nein, wir waren auf der Ocean Majesty, einem recht betagten Kreuzfahrer. Heute beschränke ich mich mal auf die Vorstellung unseres Dampfers, ein „Törnbericht“ folgt in Kürze.

Das Schiff wurde 1966 zunächst als Fähre gebaut, 1994 zum Kreuzfahrer umfunktioniert und 2012/13 komplett renoviert. Länge: 136 m, Breite 19,20 m, Tiefgang: 5,95 m, speed max: 17 Knoten, 2 mal 8000 KW, 2 Schrauben, 1 Bugstrahler. Gehört einer griechischen Reederei, ist aber dauerhaft an Hansa Touristik verchartert. Wir sind mit insgesamt 440 Gästekollegen unterwegs.

Balkon

Es hat 8 Decks, unsere Kabine finden wir ganz oben, mit Balkon. Das erweist sich als Segen, wir können lüften, die Tür aufstellen und frische Seeluft hereinlassen. Für mich wichtig, meine leicht angeschlagenen Lunge applaudiert.

Deck 9

Gaaaanz oben, über uns, gibt es noch Deck 9, eine weitere Sonnenterrasse.

Frühsport auf Deck 8

Mittschiffs ist das Deck 8 ein wahres Sonnendeck, achtern läuft es schwalbenschwanzmäßig aus und umschließt das achtern offene Deck 7, das nicht nur Pool und Jacuzzi aufnimmt, sondern auch die Außenterrasse für das obere Restaurant.

Hier gibt es morgens, mittags, nachmittags und abends Buffets. Zwischendurch muss man doch tatsächlich mal ne Stunde ohne Nahrungsaufnahme aushalten … 🙂 .

Rundgang auf Deck 8 bis nach vorn, da wo der Fahrtwind bläst

Zurück hoch auf Deck 8. Da kann man nämlich auch bis nach vorn gehen, hat zwar eine Menge Antennen in der Latüchte, kann aber die Aussicht und den Fahrtwind genießen.

Observation Lounge

Da vorn gibt’s auch die Observation Lounge, Sigrids und mein Lieblingsplatz. Das Wohnzimmer des Schiffes, sehr bequem. Man sieht die fantastische Landschaft draußen vorbeiziehen und kommt vor lauter Sinne schweifen lassen gar nicht zum Lesen. Sehr schade ist, dass diese tolle Stube abends als Senioren-Disko mit Livemukke missbraucht wird. Kann man ja mal machen, aber nicht jeden Abend dasselbe Duo mit dem gleichen Repertoire und eingeschränkten stimmlichen Möglichkeiten (instrumental waren die gar nicht schlecht). Das Problem dabei: keine Fluchtmöglichkeit. Man findet auf dem Dampfer einfach keine Schmökerecke in einer akustischen Schutzzone. Überall läuft Musik. Aber das bleibt auch das einzige Problem unserer Reise.

Brückennock
captain at work

Darunter, auf Deck 7, befindet sich die Brücke und natürlich Backbord und Steuerbord die Brückennock. Das Schöne: der normalsterbliche Gast kann auf Deck 7 bis direkt an die Nock herangehen, in die Brücke hineinlugen und bei An- und Ablegemanöver dem Käpt’n auf die Finger schauen. Interessant übrigens: der kann da draußen nicht steuern. Die entsprechenden Befehle ruft er nach drinnen dem Rudergänger zu und bekommt sie auch prompt akustisch bestätigt.

Deck 8 und im Hintergrund ein Vorgeschmack auf fantastische norwegische Landschaften

Weiter unten findet man noch weitere Lounges, die unvermeidliche Bühne und tief unten ein angeblich „besseres“ Restaurant, das wir aber weitestgehend vermeiden. Dieselbe Küche, keine Fenster, keine frische Luft. Wir essen oben auf Deck 7 und das meistens draußen. Gute Kleidung macht’s möglich.

Ich schließe für heute mit diesem Foto. Es sei ein Vorgeschmack auf noch 3 weitere Beiträge zu unserer Reise. Hier der erste: KLICK

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Rennziege

Nach sechs Jahren mit Rüm Hart ein weiteres erstes Mal: Regatta! Ja, da staunt der Leser und reibt sich verwundert die Augen. Rüm Hart und Regatten? Ja klar, Rüm Hart und Regatta! (Der Plural ist noch nicht angebracht.) Allerdings war es nichts Ernstes, es ging eher darum, zum Grillen mit Siegerehrung (in dieser Gewichtung) pünktlich da zu sein.

Das Ganze nennt sich Latte Cup und wäre trotz des Namens für ernsthafte Regattasegler wenig erregend. Kurz: eine reine Spaßregatta. Gestartet wird an einem flugs herbei geschafften Startboot vor Enkhuizen, beim Zieleinlauf an irgendeiner versteckten Tonne vor Stavoren muss man sich seine Zeit selbst merken und an die Regattaleitung weitergeben. Dazwischen liegt ein Kurs um verschiedene Tonnen herum, fast ausschließlich mit Backstag- oder Rückenwind.

Das Aufmacherfoto ganz oben ist ein bisschen symptomatisch: Sigrid und ich sehen die meisten Boote eher von hinten. Das liegt natürlich am Skipper, an wem sonst. Nur ein gnädiger Yardstick – so eine Art Bootsklassen-Handicap – spült uns am Ende des Tages überraschenderweise in die Mitte aller dreißig Teilnehmer.

Der wichtigste Teil kommt anschließend: Grillen und gekühlte Getränke mit Blondschopf oben drauf.

Leider gibt es dafür keine Siegerehrung. Wir wären ganz vorn dabei. Aber immerhin gibt es eine nette Gemeinschaft quer durch alle Seglertypen dieser manchmal so merkwürdigen Welt. Sehr viele unterhaltsame Gespräche und interessante Begegnungen. Die meisten kennen sich – allerdings nur virtuell. Auflösung: es handelt sich um eine Veranstaltung des Segeln-Forums, also einer reinen online-Plattform. Sehr schön, endlich mal die Mitforisten persönlich kennenzulernen.

Sigrid und ich bleiben anschließend noch ein paar Tage an Bord, besegeln das IJsselmeer kreuz und quer und entspannen. Von Stavoren über Umwege nach Medemblik, von dort bei Starkwind von in Böen über 30 Knoten (7 Bft.) nur unter Fock nach Makkum. Dann ein Kurztrip nach Hindeloopen und anschließend über Workum binnen durch zurück zum Heimathafen nach Warns. Die Fotostrecke zeigt es:

Rückblick auf Medemblik bei West mit 6 Bft.
es hackt, aber die Skipperin bleibt gelassen …
… während der Skipper kalte Ohren hat
Die typische IJsselmeerwelle bei 6 Bft, nicht hoch aber ungemütlich
Gemeindehafen, Lieblingsplatz in Hindeloopen.

Gesunde Küche
Workum, immer wieder schön, die Kanaldurchfahrt

Und ach ja, was Neues gibt es auch: 2 Topper für die „Kapitänskajüte“, so eine Art Tempura. Danach hab ich schon lange gesucht.

Das Problem sind die Maße. Sehr lang (2,20 m), aber eher schmal. Beim SpecialPriceHouse bin ich fündig geworden, die bieten ab 60 cm alle Breiten in einer 10 cm Staffelung an und zudem einen sehr prompten und freundlichen Service. Was will man mehr. Die unterschiedlichen Farben auf dem Foto stammen übrigens von unterschiedlichen Bezügen.

Okay, genug für heute. Ich schließe mit einem kitschigen Sonnenuntergang vor Hindeloopen. Aber schön, oder?

Und damit der kulitivierte Leser nicht länger über den Latte Cup nachdenkt: der Name deutet darauf hin, dass alles nicht so eng gesehen wird, halt alles latte, also egal ist.

 

 

Atempause, …

… mehr als das war es nicht. Na gut, sicher auch eine Schreibblockade oder -faulheit. Und ganz sicher auch ein bisschen viel um den Ohren in den letzten Wochen. Jedenfalls nicht mehr, und damit seien auch die besorgten Anfragen beantwortet, die es tatsächlich gegeben hat. Sehr nett, und ich danke herzlich dafür.

Was es inzwischen seglerisch gegeben hat fasse ich mal in Fotos zusammen:

Einen wunderbaren einhand-Törn Warns – Makkum – Medemblik – Enkhuizen – Warns. Siehe Aufmacherfoto ganz oben. Ja, teilweise nur unter Genua weil bei sehr kräftiger Backstagsbrise. Und weil ich älter werde. Dennoch mit beachtlichen Geschwindigkeiten – siehe Fotos hier:

 

Dann ein erholsames Datscha-Wochenende auf dem Boot ohne jede seglerischen Ambitionen. Datscha? So nennen Sigrid und ich die Tage, an denen uns Rüm Hart als schwimmendes Wochenendhaus dient und die Segel eingepackt bleiben. Sigrid liest, ich bastele am Boot. In diesem Fall allerdings immer wieder auf der Flucht vor dem Wetter, das uns im Mai noch Hagel bringt. Ganz lassen können wir das mit dem Segeln dann doch nicht. Ein kurzer Trip nach Galamadammen zum Kaffee muss sein; ich will testen, ob mein Code-O immer noch so erbärmliche Geräusche oben im Mast verursacht. Tut er. Und ich finde verdammich die Quelle nicht.

 

Im Mai haben wir Gäste an Bord: meine „Super-Großcousine“ und ihr Mann aus Seattle, USA. Nur für ein paar Stunden, aber immerhin, das hatten wir schon lange mal geplant. Die beiden genießen es ganz offensichtlich. Wir zeigen ihnen „unser“ Holland per Boot und Auto. 

 

So, und eben sind wir zurück aus Hamburg. Ein langes Wochenende in unserer ehemaligen Studentenstadt – muss immer mal wieder sein. Mehr und mehr geht mir allerdings der großstädtische Trubel auf den Senkel. Aber was sucht man sich auch ein Hotel direkt am Millerntorplatz, also am Beginn der Partymeile Reeperbahn aus. Elphi und Hamburgs unschlagbare Waterfronten entschädigen allerdings.Okay, das hat nun zugegebenermaßen nichts mit unserer Rüm Hart zu tun. Aber indirekt vielleicht doch: in den letzten Tagen ist der Wunsch konkret geworden, doch mal mit ihr in Hamburg einzulaufen und im City Sportboothafen zu nächtigen.

Immerhin habe ich die Schreibpause genutzt, um ENDLICH mal ein Video über meine Ostseereise 2015 fertig zu stellen. Das allein hat mich 14 Tage gekostet.

Und neue Kolumnen für die segeln sind auch entstanden.

Na also, so faul war ich gar nicht …

Zwischenruf 10

Lange her, dass ich einen „Zwischenruf“ geschrieben habe (2012), aber was derzeit in der facebook Gruppe „Segeln“ abgeht bewegt mich zur Stellungnahme.

Diese Gruppe hat gut 15.000 Mitglieder. Am Ostersonntag (ausgerechnet) gab es um 19:36 ein Posting von Kurt W. mit dem Hinweis auf das private Rettungsschiff IUVENTA, das im Mittelmeer mit 400 Flüchtlingen völlig überladen und in der Erwartung sehr schlechten Wetters einen Mayday Ruf abgesetzt hatte. Um 20:03 kommentiert Gert G. diese Meldung wie folgt:

Sehr viele Gruppenmitglieder haben darauf deutlich und teilweise heftig reagiert. Ich auch:

Ich bin immer noch erschüttert

  1. darüber, dass jemand so tumb ist, einen Torpedoeinsatz gegen ein vollbesetztes Flüchtlingsboot vorzuschlagen.
  2. Darüber, dass die 2 Admins und der Moderator dieser Gruppe nicht willens sind, den Verfasser dieses menschenverachtenden Beitrags von der Gruppe auszuschließen.
  3. Darüber, dass dieser Beitrag derzeit immer noch öffentlich ist und seitens der Gruppenverantwortlichen nicht schon längst gelöscht wurde.
  4. Ebenso darüber, dass facebook selbst scheinbar immer noch nicht reagiert hat.

Ich habe einen der beiden Administratoren und den Moderator in persönlichen Anreden und PN mehrfach zum Handeln aufgefordert – und ich war bei weitem nicht der Einzige. Nichts ist geschehen, ein Ausschluss von Gert G. wird abgelehnt. Offenbar muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass die drei Verantwortlichen diesem fruchtbaren Gedankengut sehr tolerant gegenüber stehen, eine andere Motivation ihrer Handlungsverweigerung kann ich mir nicht zusammenreimen und ist mir auch nicht zugetragen worden. In dieser Gruppe wird jeder Ansatz von Produktwerbung sofort gelöscht, aber solche barbarischen Wortmeldungen werden durchgewunken? Schlimmer geht’s nicht!

Selbstverständlich kann ich dort nicht länger bleiben. Was schade ist, denn es hatten sich wirklich gute Kontakte ergeben. Aber das unsägliche Verhalten der Gruppenleitung ist nicht zu akzeptieren.

Sehr froh war ich über die Zahl der Gegenreaktionen, und genau das halte ich – völlig losgelöst von allen politischen Standpunkten – in solchen Fällen für wichtig: den Aufschrei der Besonnenen.

Übrigens haben mittlerweile über 200 Mitglieder den Ausschluss von Gert Gerlach verlangt. Von 15.000. Aber immerhin …

Saisoneröffnung

Endlich! Und sogar bei schönem bis akzeptablem Wetter ist es mir vergönnt, Rüm Hart wieder in den Sommerhafen nach Warns zu bringen und anschließend noch ein paar Tage gemeinsam mit Sigrid zu segeln.

Der Reihe nach und in Bildern (für Vollbild anklicken).

Freitag trennen wir uns. Sigrid fährt das Auto nach Warns, ich das Schiff. Der Gegenwind ist kalt, aber die Sonne strahlt und die Sicht über die Wiesen links und rechts des Kanals ist grandios. Man kann bis nach Sneek schauen.

Zwischenstop am Hotel in Galamadammen, Ramses, der Segelmacher aus Koudum, kommt zum Boot (Sigrid auch), bringt die Segel und hilft mir, das Groß anzuschlagen. Die beiden Vorsegel kriegen Sigrid und ich alleine hin. Noch schnell einen coffie verkeerd auf der Terrasse, schön im Windschutz (siehe Foto ganz oben), und nach einer weiteren halben Stunde Fahrt biege ich in den Hafen von Warns ein.

Das was da links am Steg liegt ist eine Schute, und die deutet es schon an:

Han ist mit seinen Winter-Baggerarbeiten noch nicht ganz fertig. Der komplette Hafen wird auf 2,50 m vertieft. Egal, unsere Box kann genutzt werden.

Samstag ist Basteltag, Sigrid fährt einkaufen, hat die Kamera dabei und ist ebenfalls von der „Unendlichkeit“ der friesischen Tiefebene fasziniert.

Aber Sonntag geht’s so richtig los. Schon die kurze Fahrt auf dem Johan Frisokanaal bis zur Schleuse in Stavoren könnte kaum schöner sein.

Nach der Schleuse Kurs WSW. Leichter Wind und wenig Welle lassen Rüm Hart mit 5 Knoten laufen. Wir landen in Medemblik im Stadthafen (Bildmitte).

… gehen spazieren, …

… landen in einem voll besetzten Straßenrestaurant mit Hafenblick und Hubbrückenkino und genießen Kaffee, Wein/Bier und Bitterballen. In dieser Reihenfolge.

Sigrid kehrt die Hausfrau raus

… und putzt die Scheiben …

und hat immer wieder die Kamera in der Hand.

Für Montag ist kräftiger Wind aus NW vorhergesagt. Ich binde das erste Reff ins Groß, wir legen ab, noch in der Hafeneinfahrt stehen die Segel und zurück geht’s nach Osten mit selten unter 6 Knoten und ständiger Krängung.

Und dann sind wir flexibel und spielen die Rentner-Trumpfkarte aus: wir ändern unsere Pläne, fallen ab und ich stecke einen neuen Kurs ab – auf Lemmer. Wir haben Zeit, und wenn wir erst Mittwoch wieder in Lingen sind – völlig egal.

Das IJsselmeer ist ein bisschen aufgewühlt, die Sonne kommt immer mal wieder durch und erzeugt wunderbare Lichtreflexe …

… und Schattenspiele.

Im Lee von Vrouwezand und in der Landabdeckung wird die See ruhiger und der mittlerweile riesige Windpark von Lemmer taucht auf:

Zwei Stunden später liegen wir im Stadtkanal von Lemmer längsseits.

Dienstag bleiben die Segel eingepackt. Das – einpacken und zwar warm – machen wir auch mit uns selbst. Volle Segelmontur mit ordentlich was drunter. Der Westwind ist scharf und kalt.

Sigrid steht seit Langem mal wieder am Ruder, und genau das hat sie sich für diese Saison vorgenommen:

Dann die Brücke von Woudsend – genau hier war ich vor 4 Tagen gestartet – und kurz danach sind wir wieder im Heeger Meer.

Und 4 Stunden später – weil nicht ohne Stop in Galamadammen 🙂 – „zuhause“.

Die Tage enden so wie sie begonnen haben: Baggerstress im Heimathafen. Der Ponton mit dem Bagger drauf rückt uns auf die Pelle und rammt einen neuen Heckpfahl für die beiden Nachbarboxen ein. Hin und wieder sieht es so aus, als würde er auf unser Schiff kippen, aber die beiden Jungs haben das im Griff.

Das war’s. Und es war schön. Wenn das ein Zeichen für die kommende Saison ist … Ich wäre einverstanden 🙂

PS: ich bekomme besorgte Rückmeldungen, weil ich per Mail derzeit nicht erreichbar bin. Das liegt daran, dass ich mit meiner Domain umziehen musste. In Kürze sollte das alles wieder funktionuckeln.

Eigentlich …

Also eigentlich hätte Rüm Hart schon längst in Warns sein sollen. Es ist Freitag, das Auto ist bepackt mit allem, was über Winter besser zuhause aufgehoben ist. Da klingelt das Telefon und der Hafenmeister von und zu Woudsend „beichtet“, dass sein GFK-Fuzzi die ganze Woche krank war und somit die Reparatur der zwei Macken im Rumpf um ein paar Tage verschoben werden musste. Ok, man ist ja flexibel als Rentner. Auto wieder auspacken, alles für ein paar Tage in den Flur stapeln und das überraschend freie Wochenende genießen.

Vor 2 Wochen bin ich schon mal beim Schiff gewesen, war beim Kontrollkranen dabei, habe entwintert und die doppelten Sicherheits-Festmacher ins Auto gepackt. Das Cockpitzelt abgebaut und anschließend ruhig und entspannt in der Plicht gesessen und die tatsächlich warme Frühlingssonne genossen.

Jetzt schwimmt Rüm Hart wieder und morgen – Donnerstag – soll es nun endgültig losgehen. Erstmal einräumen, Frühjahrsputz, Wasser tanken. Am Freitag dann die Überführung nach Warns, Sigrid fährt mit dem Auto und kauft Proviant ein, ich mit dem Schiff. Und dann hoffen wir sehr, dass Ramses, der Segelmacher, pünktlich die bei ihm eingelagerten Segel bringt, so dass wir vielleicht noch einen ersten Saison-Eröffnungstörn machen können.

Wenn nicht wieder was dazwischen kommt …

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