Alle Beiträge von Manfred Jansen

Hindeloopen …

… ist einer meiner Lieblingsorte und -häfen am IJsselmeer. Dabei rede ich vom Hylper Haven, weniger von der Marina gleich „umme Ecke“. Der Hylper Haven ist glaube ich der Gemeindehafen von Hindeloopen. Klein, überschaubar, urig. Bis zum Ende der letzten Saison (2017) hatte er ein wahres Hafenmeister-Original, der in seiner imposanten Kapitänsuniform unter Seglern weit bekannt war. Aber nun gibt es einen jungen, sehr würdigen Nachfolger, der – ähnlich gewandet – seinen Job mit Bravour und Engagement erledigt.

Hylper Haven in der Hochsaison am frühen Abend

In Summe führt das dazu, dass der Hafen zumindest während der Hochsaisonwochen ziemlich zugeparkt ist. Rüm Hart kuschelt sich bescheiden ganz rechts in die letzte Ecke des Hafenbeckens und wird im Laufe des Nachmittags ziemlich eingekesselt – siehe Titelfoto. Egal, ein direkter Päckchen-Nachbar bleibt uns erspart. Und es entsteht sogar noch eine schmale Gasse für unser Ablegemanöver am nächsten Morgen.

Emsländer unter sich

Und auch das gibt es: zwei Emsländer cheek to cheek (Wange an Wange, in diesem Fall allerdings eher Backe an Backe …). Allerdings nicht in Hindeloopen, sondern am Tag zuvor in Medemblik, einem weiteren meiner Lieblingsplätze. Emsländer haben halt Geschmack …

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Bordalltag mit Abwechslung …

… schon rein meteorologisch. Seit Freitagnachmittag ist Sigrid an Bord, und an jedem Tag haben wir andere Wetterbedingungen. Immerhin kommt so keine Langeweile auf. Freitagabend war Stammtisch, Samstag ging’s früh raus auf’s IJsselmeer mit einem schönen Anleger hoch am Wind nach Den Oever. Zuerst bei strahlender Sonne und weißen Wolken mit großen Lücken dazwischen. Später aber mit gar nicht mehr strahlendem Grau.

Südkurs, Entspannung bei Leichtwind

Sonntag Starkwindtag. Das Segeln macht Spaß. Wind bis 19, 20 Knoten aus Südwest, in Böen deutlich über 20. Halbwindkurs auf Stavoren zu, dann Halse und Raumschotkurs nach „oben“, nach Makkum.

Vollzeug

Die Segelfotos stammen allerdings von heute. Ein sechs-Stunden-Törn bei gemütlichen 7 Knoten Backstag-Wind. Von Makkum runter bis nach Enkhuizen. Endlich kommt der Code-0 mal wieder an die frische Luft, und ich staune, dass wir etliche Kollegen versemmeln. Sogar Schiffe, die mit 36 Fuß eigentlich zügiger unterwegs sein sollten. Liegt es am neuen Ruder? Am frischen Antifouling? Fest steht jedenfalls, dass es bei meinem Schiff dieses Jahr einen Geschwindigkeitszuwachs gegeben hat. Man merkt es auch bei Motorfahrt: bei gleicher Drehzahl liegen auf einmal 0,3 bis 0,5 Knoten mehr an. Es muss am Skipper liegen … 🙂

verräterisches Foto …

Ok, tagsüber segeln. Und abends? Und sonst so? Gut, fangen wir mit dem Anlegen an. Nach dem Festmachen dauert’s eine gute halbe Stunde, bis der Kahn vorzeigbar ist. Bis alle Strippen liegen, bis Landstrom anliegt, bis das Großsegel sauber eingepackt, das Cockpit aufgeräumt und das Logbuch ergänzt ist. Meistens gibt es dann einen Kaffee. Das Abendessen kocht Sigrid, ich wasche ab und kredenze den Espresso danach. Und dann geht halt jeder so mit lesen, Blogschreiben, Emails beantworten seinen Dingen nach. Sigrid arbeitet z. B. gerade an einem Fotobuch – siehe Foto oben. Und was sieht man auf dem Foto noch Verräterisches? (anklicken für Vergrößerung) Tja, wer genau hinschaut erkennt im Spiegel der Scheibe rechts neben meiner Kapitänin, dass zwar der Abwasch artig gemacht wurde, der Stapel aber ansonsten der Lufttrocknung überlassen wurde. Trockentücher müssen an Bord geschont werden.

Heckflagge zu groß?

Muße und Zeit zum Seele-baumeln-lassen führen sogar zu solchen Diskussionen: ist Rüm Harts Heckflagge nicht etwas überdimensioniert? Wer sonst keine Sorgen hat …

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Bordleben

Gestern – Mittwoch – Morgen 07: 55 Uhr: Rüm Hart gleitet leise unter Groß und Genua aus der Hafeneinfahrt raus aufs IJsselmeer. In Medemblik kann man bei West prima die Segel noch im Hafenkanal setzen. Das Wetter ist ruhig und entspannend, der versprochene Seniorenwind hat sich mit ca. 10 Knoten tatsächlich herbei bemüht und ergibt eine wunderbare Backstagbrise. Segeln, wie ich es mag, leise, ruhig, unaufgeregt, mit viereinhalb Knoten. Das reicht. Es ist sogar gerade recht für ein Frühstück mit Aufbackbrötchen und Tee.

Anstrengendes Bordleben …

Kurs Ost, nach Lemmer. Später, südlich Vrouwezand, frischt es ordentlich auf, und mein Schiff bequemt sich zu beständigen 6 Knoten speed. In der Lemmer Bucht (Lemstergeul) beginne ich zu ahnen, dass Makkum vielleicht die bessere Entscheidung gewesen wäre. Tausende von Booten aller möglichen (und unmöglichen) Bauarten sind auf dem Wasser. Skutsjesilen, DIE Regatta der Plattbodenschiffe in Friesland, findet offenbar heute hier statt. Aus der alten Schleuse kommt mir eine Masse an Booten entgegengeschwommen, die beängstigend ist. Alle sind bis an die Belastungsgrenze bevölkert, und die Crews sind außerordentlich gut gelaunt. Das Wegerecht ist außer Kraft gesetzt, man fährt im Millimeter-Modus. In Lemmer selbst gibt’s auch nicht die geringste Chance auf einen Liegeplatz. Anderthalb Stunden brauche ich, bis ich den Stadtkanal und das höllische Chaos hinter mir habe. Fotos? Vergiss es! Die eine an der Pinne, die andere am Gashebel, ich habe schlicht keine Hand frei für ne Kamera.

fertig, der Kahn ist sauber!

In Sloten, Woudsend und Heeg finde ich ebenfalls keinen Liegeplatz. Also lande ich abends, nach 10 Std. und 42 Seemeilen, im Heimathafen Warns. Auch gut, dann habe ich einen ganzen Tag, um in Ruhe das Schiff zu putzen. Das mache ich heute Morgen ausführlichst. Das Schlimmste sind klitzekleine schwarze Flecken, Stecknadelkopf groß, aber sehr hartnäckig. Spinnenscheiße. Da muss man mit der Handbürste bei. Zum Schluss noch Scheiben reinigen und mein Dampfer ist wieder vorzeigbar. Keine halbe Stunde später fängt es an zu regnen und meine frisch gewienerten Scheiben …

… sehen so aus. Also morgen (Freitag) nochmal. So schnell gibt ein Skipper nicht auf – wo doch nachmittags die eheliche Admiralität zur Abnahme erwartet wird … 🙂

Dieser Energieeinsatz verlangt nach einer angemessenen Pause. Dafür eignet sich einer meiner beiden Bord-Gartenmöbel hervorragend, weil er – eigentlich für Einsätze außenbords vorgesehen – sauber ins Cockpit passt. Wie das Foto zustande kam? So:

Morgen kommt Sigrid an Bord. Wir haben dann noch eine Woche gemeinsames Segeln. Bericht folgt natürlich.

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Eingeweht …

… nennt es der Segler entschuldigend, wenn er lieber im gemütlichen Hafen hocken bleibt, statt sich dem Zorn Neptuns und Rasmus‘ auszusetzen. Genauso ging es mir gestern.

Enkhuizen. Im Päckchen zur blauen Stunde

Zunächst aber: vorgestern herrliche Kreuz nach Enkhuizen. Ich muss ja zugeben, dass ich die Kurse hoch am Wind nicht zu meinen Favoriten zähle, aber manchmal juckt es im Allerwertesten und es macht einfach Spaß. So vorgestern. Ich ende im Buitenhaven im Päckchen zwischen einer älteren niederländischen van de Stadt und einem Plattboden mit einer jugendlichen Sportlergruppe drauf. Überraschung 1: das Sprachtalent des Skippers. Völlig akzentfreies Deutsch. Und nein, der ist nicht zweisprachig aufgewachsen, sondern hat es erst später als Fremdsprache gelernt. Nicht von einem Deutschen zu unterscheiden. Überraschung 2: um halb elf nachts ist auf dem Platti neben mir Ruhe. Wow!

Kurs Nord, kaum Wind, aber Gewitterluft

Gestern Gewitterwarnung für die Mittagszeit. Morgens um 8 fast null Wind. Also Leinen los in der Früh und unter Motor ab nach Norden, bis nach Hindeloopen. Ich gehe auf Weisung des Hafenmeisters an eine niederländische Dufour längsseits – und höre fränkisch. Eine 3-Pärchengruppe aus Aschaffenburg. Sie leihen sich meinen großen Topf, weil sie eine ordentliche Menge Nudeln kochen wollen. Abends muss ich helfen, selbige zu vertilgen. Mit Hack. Ich leiste nach Kräften Nachbarschaftshilfe. Und stelle dabei fest, dass das keine 3 Pärchen, sondern 6 Einzelpersonen sind, die zuhause noch anderweitig verehelicht bzw. verpartnert sind. Man sei halt eine Clique und mache viel gemeinsam, z. B. regelmäßig segeln. Interessant …

Hindeloopen. Schietwetterzelt

Nachmittags hat es angefangen zu gewittern und zu regnen. Regen ist das falsche Wort für die Mengen, die da gleichzeitig vom Himmel stürzen. Mein Cockpitzelt ist tapfer, aber machtlos. Das geht die Nacht so weiter. Es kachelt ordentlich aus Nordwest, also genau in die Hafeneinfahrt rein. Bis heute Morgen. An Auslaufen ist nicht zu denken. Jedenfalls nicht, wenn man am Segeln das Entspannende schätzt. Siehe oben.

Medemblik. Rüm Hart duckt sich hinter dem Wall an meinem und sicher auch ihrem Lieblingsplatz

Gegen Mittag habe ich die Faxen dicke und lege mit Hilfe des Hafenmeisters (meine Franken sind grad mal auswärts) ein elegantes Eindampfen-in-die-Vorspring-Ablegemanöver hin. Natürlich guckt keine Sau und der donnernde Applaus bleibt aus. Dann eben nicht. Genau 3 Std. später liege ich auf meinem Lieblingsplatz in Medemblik, von dem aus …

ungebremstes Hafenkino

… man einen tollen Überblick über das Geschehen in der Hafeneinfahrt hat.

Morgen geht’s mit Seniorenwind aus West nach Ost.

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Hä … ?

„Hä?“ ist emsländisch und bedeutet: was bitte soll das Foto da oben? Rüm Harts neuer Tragflügel in surrealistischer Darstellung? Natürlich Quatsch, obgleich „Flügel“ schon mal nicht schlecht ist. Es handelt sich um unsere Steuerbord-Tragfläche mit Winglet auf der Nachtseite unseres Rückflugs von Vancouver über Reykjavik nach Hamburg. Daneben ein voller Vollmond. Die Mitflieger auf der Backbordseite unseres Icelandair Fliegers hatten tatsächlich gleichzeitig hellstes Taglicht über dem Nordpol in ihren Fenstern. Sommerzeit halt.

Landyacht ohne Namen, Lüa: 7,50 m

Ja, Sigrid und ich haben uns zuerst eine Wochen lang in Seattle bei Freunden und später noch zwei Wochen in West-Kanada, Vancouver und vor allem Vancouver Island herumgetrieben. Mit der Landyacht, also mit einem massiven amerikanischen Wohnmobil mit Normalbenzin V8 und 25 Ltr. Spritverbrauch auf 100 km … (die spinnen, die Römer – möchte man mit Obelix ausrufen). Und was ist nun besser, Landyacht oder Seeyacht? Na ja, mit der Landyacht kommt man höher, z. B. in die Berge. Aber im Hafen mit der See-yacht findet man viel schneller Kontakt zu anderen Seglern. Das war auf den kanadischen Campingplätzen (sehr gut) durchweg schwierig. Lag’s vielleicht an den hohen Hecken zwischen den einzelnen Stellplätzen?

Wieder zuhause findet sich – neben unbezahlten Rechnungen 🙁 – auch angenehme Post auf dem Schreibtisch: Max‘ neues Buch „Da geht noch Watt“. Kollege Maximilian Lessner hat mit seiner Sirius 26 einen Sommer an der Nordseeküste verbracht und berichtet sehr unterhaltsam und launig, so richtig gut geschrieben, von seinem Törn und räumt gründlich unter den Vorurteilen gegenüber dem Gezeitensegeln auf. Sehr lesenswert! Ein Spätsommer-Tip. Hier der entsprechende LINK.

Und Rüm Hart? Das erste Mal seit über 5 Wochen (!) geht’s morgen endlich wieder nach Warns zum Schiff. Bin sehr gespannt, wie viele Spinnen es sich an Bord gemütlich gemacht haben …

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Vrouwezand …

… ist ein sehr flaches Gebiet südlich von Stavoren. Wenn man – so wie ich heute – z. B. von Lemmer kommt, fährt man üblicherweise einen großen Bogen nach Westen (bis ungefähr zu dem Wort „Lacon“), bevor man schließlich nach Norden abbiegt und dann auf Stavoren oder Makkum zuhält. Es hat mich schon seit längerer Zeit gejuckt und heute hab ich’s mal probiert: die Abkürzung zwischen zwei Flachs hindurch. Bei schwachem Wind, sehr wenig Welle, nur unter Großsegel und bei mitlaufender Maschine. Was auf der Karte – siehe oben – eng aussieht, …

… ist über Wasser die pure Weite und völlig undramatisch. Zu Recht, denn im „Kanal“ zwischen den beiden „Unterwasserinseln“ habe ich die flachste Stelle mit 3,8 m beobachtet. Rüm Hart hat 1,25 m Tiefgang. Null Problemo.

Übrigens für die Karte oben gilt:
hellblau = tiefer als 2 m, blau = flacher als 2 m

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Lemmer

Tja, ich fürchte, meine Skipperin hat wieder mal recht. Irgendwas ist mit Lemmer, irgendwas Anziehendes. Ich versuche es mal: Es ist wohl diese Mischung aus „vibrant city“, in der was los ist, wo es was zu gucken gibt. Im Boot sitzen, Kaffee trinken und andere Menschen beobachten. Ihr touristisches Verhalten, ihr Konsumverhalten, ihre An- und Ablegemanöver (sofern mit dem Schiff unterwegs). Einerseits.

Links u. rechts am Kanal tobt das Leben, vor allem der touristische Konsum, mitten drin, auf dem Wasser ist Ruhe

Andererseits – und das ist das eigentlich Spannende – die Möglichkeit, mittendrin zu sein und dennoch seine Ruhe zu haben. Nun ja, nicht gerade im akustischen Sinne, aber im mentalen. Hinzu kommt natürlich noch das verdichtete maritime Flair, allein schon durch die Anzahl der Boote auf diesem kurzen Kanalstück.

Heute Morgen um kurz nach acht bin ich von Enkhuizen los. Frühstück gibt’s erst nach dem Ablegen im Stehen an der „Frühstücksbar“. Der Wind dreht ständig um bis zu 30°. Es wird ein Kreuzkurs, mit einem Anleger komm ich nicht hin. Zuerst bei schwachem Wind, später deutlich mehr. Nach 6:25 Std. bin ich da und liege im Päckchen an einer schnuckeligen, niederländischen Stahl-Motoryacht mit typischer Seniorencrew: Skipper und Skipperin. Nett und hilfsbereit. Man bittet mich, mein Schiff möglichst weit nach vorn zu verholen, damit ich ihnen die Sicht nicht versperre. „Wir wollen auch gucken … “ Sag ich doch.

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zwei, drei Tage war er krank …

… nu segelt er wieder, Gott sei Dank. Bei Wilhelm Busch war’s der Frosch, und der hat als Zeichen seiner Genesung auch geraucht. Das wäre das Hinterallerletzte, das mir in den Sinn käme. Aber der Reihe nach: heute Morgen war ich ziemlich verwundert, dass ich einigermaßen schmerzfrei aus der Koje kam. Den geplanten Arztbesuch hab ich abgeblasen und statt dessen die Leinen losgeworfen. Raus, segeln.

Ok, Rentnerseglen. Heißt: nur unter Genua. Das Großsegel bleibt unten, das muss ich mit angeschlagenem Rücken nicht hochreißen. Immerhin mit so um die 4 Knoten schaukele ich nach Enkhuizen, entscheide mich dort für den Buitenhaven und stelle mich innerlich auf Päckchenliegen ein. Aber – oh Wunder – es sind tatsächlich noch Boxen frei. Flugs rutsche ich in eine rein und hab jetzt neben mir an Backbord eine Motoryacht mit einem zurückhaltenden, aber hilfsbereiten niederländischen Paar und an Steuerbord ein kleines, knuffiges Plattbodenschiffchen mit einem jungen Pärchen aus – Bayern.

Mal sehen wo ich morgen – Dienstag – lande. Und wo ich Mittwoch Fußball gucken kann (für die Chronik: WM Vorrundenspiel Deutschland gegen Südkorea)

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Heftig

Es waren heftige Stunden, zumindest die letzten 24. Gestern Mittag war ich bei Starkwind und teils sehr kräftigen Regenschauern hier angekommen. Heute Nacht wurde es so heftig mit dem Wind, dass ich in meiner Koje unterm Salon wirklich hin und her geworfen wurde. Hab bis um 5 Uhr morgens kein Auge zugemacht. Ständig Schiss, dass sich mein Rigg mit denen der Nachbarschiffe verhakt. Ist aber gut gegangen. Der Windmesser zeigte in Böen weit mehr als 30 Knoten an. Was an sich nicht sooo dramatisch ist, aber die Windwalzen fielen wie Vorschlaghämmer aus dem Nichts heraus ein. Und aus Nord-Nordwest trifft es uns hier ziemlich direkt, weil ohne Abdeckung.

Aktueller (21:45 Uhr) Blick in Windrichtung bei mittlerweile gemäßigten Verhältnissen

Und dann beim Duschen heute Morgen gibt es den Tritt in den Allerwertesten. Na ja, knapp darüber. Hexenschuss. Schleppe mich seit dem mühsam durchs Boot und durch den Hafen.

Dieseltank mit geöffnetem Inspektionsluk

Immerhin habe ich Teile meiner to do list abgearbeitet. Das Schönste: hab endlich mal den Dieseltank aufgemacht und inspiziert. Ergebnis: kein Dieselschlamm, so gut wie keine Bakterien. Ganz wenige nur (die schwarzen Stippen auf dem Foto oben). Die werde ich absaugen.

Drückt mir die Daumen, dass mich morgen die Hexe in Ruhe lässt. Ich will segeln!

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Chemiebaukasten

… so könnte man mein Abendessen mit Fug und Recht bezeichnen. Fleischklops (geht so) aus der Fertigabeilung des hiesigen Coop, Instant-Kartoffelbrei (lecker!) aus der Tüte und zum Nachtisch sehr „luftiger“ Pudding aus dem Kühlregal. Wirklich insgesamt ein Chemiebaukasten.

Aber, jetzt kommt’s: serviert mit gebratenen Apfelscheiben. Selbst geschnitten, selbst von zuhause mitgebracht (den Appel). Ein Vitamincocktail wie aus dem Biobuch (ich spür’s schon) und wahrscheinlich ganz ohne Kohlenhydranten, aber mit linksgezwirbelten Fettlaugen.

Jedenfalls bin ich seit heute Mittag wieder an Bord und hab mich erstmal intensiv mit meinem Klo beschäftigen müssen (läuft permanent wieder in die Schüssel zurück). Finde den Fehler nicht. Aber keine Sorge, Fotos gibt’s davon nicht.

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