Wohnt nicht jedem Ende ein neuer Anfang inne? Mag ja sein, aber so ganz von alleine drückt sich der Restart Knopf bei Rüm Hart allerdings nicht. Nachdem ich mich – nach 3 Monaten körperlicher und geistiger Abwesenheit – zuhause wieder eingewöhnt und tatsächlich Kühlschrank, Schlafzimmer und Modellbahnkeller wiedergefunden habe, bin ich 5 Tage an Bord und besuche mein Schiff in seiner Erholungs- und Ruhephase. Ein paar Jobs stehen noch auf der to-do-list und wollen abgehakt werden. Dazu gehört z. B. eine Motorkontrolle, die ich immer mit ein bisschen Besorgnis angehe, denn seit ca. einem Jahr habe ich bei jedes Mal eine kleine Ölpfütze unter der Maschine stehen, die ich dann mit Küchenpapier wegwische und ihre Quantität bewerte. Aber größer ist sie über die Monate nicht geworden. Mein Diesel hat nun über 1600 Betriebsstunden auf dem Buckel, und dann scheint sowas wohl noch im Bereich der Normalität zu liegen. Ich würde aber ja doch allmählich gern mal wissen, was genau da undicht ist.
Die größte sichtbare Wiederherstellung des alten Zustands betrifft die freie Sicht nach achtern, also über’s Heck (siehe Titelfoto). Ich habe die Davits demontiert, die mir während der letzten 3 Monate immer wieder als „Wäscheständer“ zum Trocknen von restfeuchter Wäsche und zum Auslüften der Bettdecke gedient hatten, aber auch eine kleine Sichtbehinderung waren. Jetzt brauche ich sie nicht mehr, und da ich mein Dinghi in defektem Zustand verschenkt habe, würden sie ihrer eigentlichen Bestimmung auch gar nicht nachkommen können.
Ebenso ergeht es dem gewichtigen Heckanker und der dazugehörigen Gurtbandrolle. All das liegt wieder zuhause im Keller und wartet auf einen nächsten Einsatz. Übrigens: tatsächlich gebraucht habe ich beides auf meinem Wattentörn nicht ein einziges Mal. Dennoch war es gut, Anker und Rolle dabei zu haben. Man weiß ja nie …
Ansonsten mache ich mir ein paar ruhige Tage, teste, ob der kleine Akku meines kleinen Fahrrads auch mit kleinem Anhänger mindestens die kleine Strecke bis Stavoren und zurück durchhält (tut er) und flüchte ansonsten immer wieder vor den Regengüssen, die von Norden herangeschoben werden und sich wie aus einem Löschflugzeug über mir entladen. Dazu weht ein sehr kräftiger Wind zunächst aus NW, dann aus N und am letzten Tag aus Ost. Jedenfalls ist das Wetter so, dass ich gar nicht erst auf die Idee komme abzulegen und mal wieder das IJsselmeer zu testen. Ich bin da durchaus Mainstream – wie sich beim Blick über den Deich zeigt: kein Schiff zu sehen.
Ich werde morgen mal Sven Plöger Bescheid sagen, dass Sigrid und ich ab nächster Woche ein paar Tage segeln wollen und auf den passenden Wetterbericht warten.
*****




