Finish

Final approach könnte man es in der Fliegersprache auch nennen – Endanflug. Der ist in meinem Fall kurz und überhaupt nicht heftig. Eher gemütlich und ruhig, so ruhig ein Diesel in seinem optimalen Drehzahlbereich auch sein kann. Bei mir sind’s knapp unter 5 Knoten Geschwindigkeit, da läuft der Motor rund und leise. Morgens um 9 werfe ich an Langehoekspolle die Leinen los und schleiche mich von dannen. Die Crew des Bootes vor mir schläft offenbar noch, zumindest ist von ihnen nichts zu sehen. Anderthalb Stunden später passiere ich meinen Heimathafen und fahre weiter bis Stavoren. Abpumpen, Leergut einwerfen (was eine viertel Stunde dauert und am Ende ein Guthaben von 22,85 € auswirft, ganz ohne Schlange hinter mir übrigens) und einkaufen. Dann schnell wieder zurück, bevor die Brücke im Binnenkanal von Stavoren für eine Mittagspause auf Doppel-Rot schaltet.

Das Heeger Meer heute Morgen um 9

Manchmal ist es schön wenn man überholt wird, …

Heute Morgen ist es noch grau und komplett bewölkt. Der Tag braucht eine lange Startphase. Die für diese Uhrzeit übliche Tageshelligkeit hat sich offenbar verspätet. Aber gegen Mittag kommt mit Macht und plötzlich die Sonne raus, und ich zweifele immer, ob das wirklich besser ist. Anlegen im Heimathafen ganz ohne Tröterei und Beachtung – in Stille und Würde. So ist es eindeutig besser als in lopediumistisch erträumten Fantasien. Es ist 12:45 als ich auf den Steg springe und für mich innerlich diese Reise als beendet erkläre.

… vor allem wenn man auf dieses stilvolle Beiboot achtet

Als erstes baue ich mein Cockpitzelt auf, als Schattenspender. Wasser tanken ist der nächste dringende Job. Dann einen Kaffee im nun schattigen Cockpit. Durchatmen. Logbucheintrag. Zwei Zahlen:
81 Reisetage und 632 Seemeilen (rund 1.200 Kilometer).
Ein ausführliches Resümee wird in Kürze noch folgen.

Erst nach und nach tauchen Freunde auf, und abends versacken wir ein bisschen auf der Terrasse des Hafenrestaurants. So ist es gut.

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