Ankomme Montag den Elften …

Nein nicht Christine, aber Sigrid kommt zu Besuch („Ankomme Freitag den 13. um 14 Uhr, Christine …“). Genau wie Reinhard Mey fange ich auch einen Tag zu früh an zu putzen, staubzusaugen und das Deck zu schrubben. Das allerdings bewusst und nicht weil ich nicht mehr Herr meiner Tage wäre. Und einen Kuchen backe ich auch nicht, aber einen Begrüßungskaffee mit Keksen gibt es schon an Bord im warmen Salon. Am späten Nachmittag gehen wir die paar hundert Meter in den Ort, spazieren ein bisschen, schauen uns um und nehmen ein Getränk im windgeschützten Strandkorb an der Hafenpier. Für halb sieben habe ich einen Tisch im „Gezeiten“ reserviert. Warm (wichtig in diesen Tagen!) freundlich und sehr lecker. Hinterher noch einen Eierlikör-Pudding, der es echt in sich hat (nach dem ersten Löffel: ABER HALLO!) und einen Espresso. Draußen gießt es. Wir haben noch naive Hoffnung und stellen uns unter. Aber nach ein paar Minuten kommt die Einsicht: da müssen wir jetzt durch, nützt ja nix.

Typisch für meine Pause hier in Greetsiel: Regen in allen Formen. Immerhin mit Lücken zwischendurch, so dass man z. B. schnell mal zum Tö kann und auch Chancen hat, trocken wieder zurück zu kommen. Oder für einen kurzen Plausch mit Sascha, dem netten Hafenmeister hier.

Sigrid fährt am nächsten Vormittag wieder, nach einem ausgiebigen Frühstück mit Brötchen und was drauf. Sie hat 2 Stunden Autofahrt vor sich, inkl. kleiner „Tankpause“ zum Nachladen der Akkus (E-Auto). Ich mache fix den Abwasch und fange an, meine nächsten Ziele konkreter zu planen. Was „Außerhäusiges“ an Aktivitäten kommt ja eh nicht in Frage – Regen … Pause … Regen … Pause … Regen … Und so weiter. Aber die Aussichten bessern sich, und von Freunden kommt Hoffnung: das sind die Eisheiligen, da biste bald durch, und dann wird’s wärmer. Wozu braucht man Eisheilige??? Völlig überflüssig. Wäre höchstens ein lustiger Name für das Eiscafé des netten Italieners in Lingen.

Ist ja sehr schön und nett hier, aber so allmählich will ich mich dann doch mal wieder auf die Socken machen. Mittwoch wird das allerdings nichts, zu viel Regen – ist klar. Und außerdem müsste ich – die Tide will es so – morgens um 5 hier ablegen. Nä! Statt dessen schlafe ich aus, dusche, frühstücke erst um kurz vor 10 und komme endlich mal zum Lesen. Wie Regenradar bereits orakelte, hört der Regen am frühen Nachmittag tatsächlich auf, blauer Himmel und die Sonne kommen zum Vorschein. Zum ersten Mal auf dieser Reise packe ich mein faltbares Bord Bike aus (wer’s nochmal sehen möchte, BITTESCHÖN), radele in den Ort, gönne mir ein sehr leckeres Matjesbrötchen und suche und finde den EDEKA Markt genau da, wo Google Maps mir verspricht, dass er dort sein soll. Ich kaufe ein paar Äpfel und das hier:

„Scholle vierkant“ plus Spinat, sowas mag ich

Das ist die Hälfte der beiden Tiefkühlpackungen. Es reicht also noch für eine zweite Portion morgen Abend auf/in Norderney. Ja morgen – Donnerstag – steht endlich Norderney auf dem Plan. Früh um 6 muss ich ablegen, um 2 Wattenhochs in einer Tide zu schaffen. Sascha, der Hafenmeister, ihr kennt ihn ja schon, kommt kurz an Bord, und wir beide breiten die Seekarte vor uns aus. Er ist natürlich Revierkenner hier und gibt mir den einen oder anderen Rat. Ich werde – ihr ahnt es – berichten.

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