Die Kapitel

von Manfred Jansen / am 15.06.2019 / in
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Tja, das war eine kurze Englandreise (siehe Teil 1 und Teil 2). Ganze 4 Tage waren wir in englischen Hoheitsgewässern, völlig anders als geplant. That’s life (finished by death). So, und nun genug der angeberischen Anglizismen und mühsamen Fremdsprachenkenntnisse. Wir sind wieder in Deutschland.

zurück in Hindeloopen (einer meiner Lieblingsplätze am IJsselmeer)

Immerhin durften wir uns noch ein paar Tage Bummelei in Holland gönnen. Aber sowohl die England-, also auch die Hollandtage waren kein unbeschwerter Genuss mehr. Sigrid mit dem Verlust ihrer Mutter allein zuhause sitzen zu wissen – auch wenn diese Entwicklung absehbar und in gewissen Grenzen mental vorbereitet war – und dabei unbelastet segeln, geht halt nicht.

Woolverstone Marina im River Orwell

Dennoch kann man sagen, dass wir Spaß gehabt haben. Die Ostküste Englands wird oft als ein bisschen langweilig beschrieben – für mich war sie spannend. Ok, es war ja auch das erste Mal, dass ich sie per (eigenem) Boot besucht habe, und ich könnte mir sehr gut vorstellen, das Ganze mit wesentlich mehr Zeit zu wiederholen. Lowestoft ist ein guter erster Hafen, der River Orwell landschaftlich sehr reizvoll und macht Lust auf mehr. Da gibt es ja schließlich noch ein paar andere Flüsse und Mündungen …

typisch für diesen Törn: auswärts essen (hier im Butt & Oysters in Pin Mill)

Vielleicht muss es auch gar nicht London sein. Na klar, es wird schon ein tolles Gefühl sein, den eigenen Dampfer vor die Tower Bridge zu bringen und im St. Katherine Dock zu liegen, keine Frage. Aber die Themse selbst scheint wohl nicht sooo attraktiv zu sein, und mich hat es bei der Vorbereitung für den London-Trip (der dann ja wettertechnisch ausfallen musste) sehr gewundert, dass es offenbar auf der ganzen Strecke zwischen Ramsgate und London keine einzige Marina gibt, nur Ankerplätze.

Was bleibt sonst noch zu resümieren? Eine Schnapszahl. Genau 444 Seemeilen haben wir auf die Logge gebracht. Und 32 Motorstunden. Einige davon zum Aufladen der Bordbatterien, und das scheint die nächste Baustelle zu werden. Die sind nun 8 Jahre alt und lassen es einen spüren.

offenbar angenehmes Arbeiten im „floating office“

Ansonsten hat Ole gute Erfahrungen damit gemacht, von Bord aus zu arbeiten. „Floating Office“ nennt sich das Ganze augenzwinkernd und verbraucht auf diese Weise deutlich weniger Urlaubstage – wenn der Arbeitgeber mitspielt.

vegane Höllenmaschine (bei Betrieb gehen im Hafen die Lichter aus)

Die größte Herausforderung für mich, weil – nun ja – außerordentlich förderlich für gewisse körperinneren Vorgänge, war Oles vegane Ernährung. Da er gleichzeitig der Smut ist, mit einer wahren Höllenmaschine von Gemüsemixer anrückt (fehlt nur noch der Thermomix) und es fertig bringt, sich GURKEN (!!!) in seinen Frühstücks-Smoothie zu mixen, sind wir noch nie so viel auswärts essen gegangen wie auf diesem Törn. Sonst hätte es nicht nur tiefe Hämatome auf des Skippers Seele gegeben, die Pasta, einen guten Käse, herrliche Eierspeisen und eine saftige Frikadelle liebt, sondern womöglich auch eine außerordentlich hässliche Überforderung einer sehr segensreichen Einrichtung auf der Rüm Hart, die schon jetzt an der Belastungsgrenze war: das Bordklo.

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