Heute ist Freitag, und seit Montagnachmittag bin ich nun hier auf Helgoland. Ich muss sagen, die Insel hat mir gut getan und gut gefallen. Warum, was gibt es so Besonderes an und auf HGL? Ich kann die Antwort nur in unvollständigen Stichworten liefern:
> Gefühlt sehr viel Sauerstoff in der Luft
> Wunderbare Natur auf dem Oberland
> Tolle Ausblicke da oben auf Meer und Horizont
> Die Lage „meines“ Hafens fast direkt an der Innenstadt (allerdings auch mit ziemlich viel Schwell)
> Keine Party-Insel, um 17 Uhr schließen alle Geschäfte, und nur noch die Restaurants haben bis höchstens 22 Uhr offen
Man könnte und müsste noch mehr nennen. Ich denke allerdings, dass mein Wohlfühlgefühl nicht unbedingt faktisch basiert, sondern von äußeren Umständen befeuert ist – ein Gefühl halt. Zum Beispiel es überhaupt bis hierher geschafft zu haben (ich muss gerade an die ersten drei eiskalten Gegenwind-Wochen zurückdenken und bekomme Gänsehaut). Ja, und auch das spielt eine Rolle: zum ersten Mal ist mir so richtig warm. Natürlich fast schon wieder zu warm. Jedenfalls lässt sich unter meinem schattenspendenden Cockpitzelt locker ein kühles Bier trinken, und ich habe ich mich gut ausgeruht hier, andererseits aber auch meine ewige to do list abgearbeitet.

Zum Beispiel habe ich Wäsche gewaschen. Das kann man hier nebenan – im Schwimmbad nämlich. Man ruft dort an, lässt sich eine konkrete Zeit geben, zu der man mit seinem Schmutzwäschebeutel an der Kasse aufschlägt. Dann wird man in einen Nebenraum gebeten, in dem eine Waschmaschine und ein Trockner stehen. Man füllt seine Schmutzwäsche in die Maschine, die freundliche Mitarbeiterin gibt Waschpulver hinzu, und ca. 2 Stunden später kann man alles wieder abholen. Und zwar schranktrocken und sauber. Heißt: der nette Geist der Anstalt hat das Umfüllen in den Trockner übernommen und anschließend alles auch noch in einen Wäschkorb gelegt. Und was kostet der Spaß? 9,- €. Ich stopfe meine Klamotten wieder in den Wäschesack und trage ihn zum Boot. Die Unterwäsche kommt in die dafür vorgesehenen Taschen, die T-Shirts werden zum sollen-sie-sich-doch-selber-bügeln in der Bugkabine aufgehängt. Die ist ja nicht bewohnt und deshalb mein begehbarer Kleiderschrank.
Das klappt so prima, dass ich am nächsten Tag gleich nochmal loslege und der sehr freundlichen Dame an der Kasse meine Bettwäsche anvertraue. Zwei Stunden später … na, ihr wisst schon. In der Zeit hängt meine Bettdecke über den Davits achtern zum Lüften aus. Ich werde heute Nacht schlafen wie ein angeschickerter Matrose.

Morgen früh ist es nun soweit, dass ich mich von Insel und Hafen verabschieden werde. Es geht rüber aufs Festland, in die Elbmündung nach Cuxhaven. Eine kleine Mathestunde mit Tidenkalkulation und Strömungsberechnungen hat ergeben, dass ich gegen acht, na sagen wir besser gegen halb acht, hier starten sollte. Das muss schnell noch würdevoll gefeiert werden. Ich habe Glück und kann in der „Bunten Kuh“, dem bei Touristen wohl bekanntesten Lokal auf Helgoland, einen Tisch reservieren. Gestern hatte ich dort bei warmem Sonnenschein eine superleckere Scholle – an den draußen-Tischen, drinnen war alles voll. Zu sehr zivilen Preisen übrigens. Aber heute wird’s drinnen was. Es regnet sowieso leicht.
Ich werde natürlich berichten









Hallo Manfred
Auf Helgoland lässt es sich aushalten. Wir sind auch gerne im NordOstHafen. Fingerstege sind angenehmer als Päckchen liegen. Das bißchen schaukeln. Na und. Wer es nicht mag sollte ins Hotel gehen
Gruß Rainer
Der Nordosthafen war auch fast immer der Platz meiner Wahl. Gibt es das Hafenmeisterpärchen noch? Er mit Elbsegler, Zigarillo und im Grunde mit arrogantem Habitus?. Sie machte den Papierkram und man käme eigentlich nie auf den Gedanken, dass die verheiratet sind. Mit der bunten Kuh hast Du dann das Toprestaurant schon kennen gelernt. Im Oberland gibt es noch Bars…. Aber dafür müsstest Du wohl nochmal kommen.