von Manfred Jansen / am 30.12.2010 / in
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… an allem! Und das kam so: Die übliche Stammbesatzung unseres Familien-Chartertörns sind mein Sohn, eine meiner Töchter und ich. Dieses Jahr war es entscheidend anders, denn meine Tochter wurde vertreten durch meine Frau. Das ist nicht nur deshalb erwähnenswert, weil abseits der familiären Norm, sondern auch und noch viel mehr, weil meine Frau nicht gerade von Geburt an dem Wasser in besonderer Freundschaft verbunden wäre. Genau deshalb war es auch ihr erstes Mal.

IMG_0142Und es kam, was kommen musste. Schon beim ersten Ableger mangelt mein Sohn über ein gemein am Heck seines Mutterschiffes ausgelegtes Gummischnulli. Nach der Schadensregulierung raus auf’s Ijsselmeer. Hack genau gegenan, Windstärke 5-6 auf die Nase, typische Ijsselmeerwelle. Meine Frau leichte Panik in den Augen, also Törnabbruch, noch bevor er überhaupt richtig gestartet ist. Das war’s, dachte ich. Das war’s mit sämtlichen langjährigen Träumen von einem eigenen Schiff. Aber dann, im Laufe der Woche, entwickelt sie sich zumindest noch zum (Hut ab!) Aktivposten bei An- und Ablegemanöver. Und dann beim Abschlußkaffee im Hafenrestaurant DIE Überraschung: „weißte was, ich krieg das mit dem Segeln hin, aber nicht mit ständig fremden Schiffen. Du sparst jetzt seit 30 Jahren für ein eigenes, jetzt gib die Kohle auch aus dafür …“ Originalzitat! Peng! Sie wird mir später zu Weihnachten sagen, der schönste Moment dieses Jahres sei für sie mein blödes Gesicht in genau diesem Augenblick gewesen.

Der erfahrene, weil langjährig verheiratete Leser wird wissen, dass in solchen Momenten eigentlich das strenge Prinzip der Schriftlichkeit empfehlenswert wäre. Da aber Stift und Papier in dieser Situation kontraproduktiv, weil ein sicherer Beweis für Mißtrauen gewesen wären, hieß es Tatsachen schaffen, so schnell wie möglich. Und so begann, sehr plötzlich und noch viel unerwarteter, die schwere Suche nach einem geeigneten Schiff.

von Manfred Jansen / am 28.12.2010 / in
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